Das Wohnklima

Das Wohnklima setzt sich zusammen aus der Gebäudehülle (Baustoffe, Bauweise, Konstruktion) und den Klimaten im Innenraum (Luftklima, Feuchteklima, Elektroklima, Temperaturklima). Die Bauart und die verwendeten Baustoffen bilden die Hülle des Gebäudes. Die im Folgenden im Detail beschriebenen Klimaten können durch die Haustechnik und die tägliche Benutzung gesteuert werden:

Feuchteklima

Das Feuchteklima steht in direkter Wechselwirkung zum Temperatur- und Luftklima. Es definiert sich durch Luftfeuchtigkeit, Materialfeuchte, das Wasserdampfverhalten, die Kondensation, die Atmungsfähigkeit der Materialien und Dämmungen, sowie den bauphysikalischen Aufbau der Gebäudehülle.

Vorgänge wie Kochen sowie die abgegebene Feuchte von Menschen, Tieren und Pflanzen oder auch Aquarien und Zimmerbrunnen, sowie Dampfsperren sind weitere Faktoren.

Die Wohnfeuchte wird durch die Wasserdampfdurchlässigkeit der Materialien bestimmt, und kann durch regelmäßiges Lüften verbessert werden. Die Luftfeuchte sollte in unbeheizten Räumen 40 - 50%, in beheizten Räumen 30 - 70% betragen.
Von der Luftfeuchte ist auch die Feuchte unserer Haut abhängig. Diese wiederum beeinflusst unsere Abwehrfähigkeit gegen Mikroben und gegen mechanische, thermische und elektrische Einflüsse und Wechselwirkungen.

Elektroklima

Jede stromführende Leitung baut um sich ein elektromagnetisches Feld auf. Das elektrische Feld besteht permanent und ist abhängig von der Betriebsspannung der Leitung. Bei Stromfluss entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld.

Elektrische und magnetische Felder beeinflussen die natürlichen elektrischen Ströme im menschlichen Körper in unseren Muskeln und Nervenzellen und können zu Erkrankungen wie Migräne, Allergiebildung oder Alzheimer führen. Der Mensch verwendet elektromagnetische Felder in verschiedenen Frequenzen zur körperinternen Informationsübertragung. In unseren Organen finden feine elektrochemische Vorgänge im kleinsten Energiebereich statt, die durch starke Felder aus der Umgebung gestört werden.

Unsere Nervenenden sind hochempfindliche Rezeptoren, die schon auf kleinste elektromagnetische Veränderungen reagieren. Das Nervensystem regelt hormonelle Regelvorgänge, den Stoffwechsel, unsere Aktionsbereitschaft und das Abwehrsystem.

Daher sollten Stromleitungen in der Nähe von Schlafplätzen und so weit wie möglich vermieden werden. Geräte wie Fernseher, Radiowecker, Heizdecken, bestimmte Dimmer und Nachtspeicherheizungen können starke Störfelder aufbauen, die Augenbrennen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen verursachen.

Temperaturklima

Das Temperaturklima wird vor allem von der Heizung geprägt. Da wir in Mitteleuropa einen großen Teil des Jahres heizen, trägt die Heizung dazu bei, unsere Gesundheit zu erhalten und zu verbessern, oder aber zu verschlechtern. Luftbewegungen und damit verbundene Staubaufwirbelungen, die von der Heizung erzeugt werden, sind ein maßgeblicher Faktor. Die beste Raumtemperatur ist jene, mit der wir uns wohl fühlen.

Das Temperaturklima wird durch die folgenden Faktoren bestimmt:
• Wärmestrahlung
• Wärmeleitung
• Wärmedämmung
• Wärmeübertragung (Konvektion)
• Oberflächentemperaturen
• Außen- und Innentemperaturen
• Heizungsart
• Sonne

Architektonisch ist die Gebäudehülle, also Wände, Fenster und Wärmedämmung, sowie bauphysikalisch korrekt ausgeführte Anschlussdetails von großer Bedeutung. Wände müssen Wärme und Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und abgeben können. Durch die richtige Wechselwirkung von Wänden, Raum und Mensch wird thermische Behaglichkeit geboten.

Luftklima

Das Luftklima wird durch die Zusammensetzung der Luft bestimmt. Der Sauerstoffanteil sollte möglichst hoch, und der Schadstoffanteil möglichst gering sein. Dazu ist regelmäßiges Lüften erforderlich.

Eine weitere Voraussetzung für ein gutes Luftklima sind atmungsfähige Wand-, Decken- und Dachaufbauten mit nicht versiegelten Oberflächen. Tür- und Fensterrahmen mit Fugendurchlässigkeit ermöglichen eine automatische Lufterneuerung (Luftwechselzahl). Kontinuierliche Lüftung fördert den biochemischen Abbau von Schadstoffen. Feuchte- und Temperaturklima sind ebenfalls maßgeblich für den Bakterien- und Virengehalt der Luft.

Atmungsunaktive Fassaden, Kunstharzputze, Dampfsperren und Wärmedämmungen verhindern einen Luftwechsel durch die Außenwände und fördern Verunreinigungen der Luft. Dabei unterscheidet man Teilchen und gasförmige Schadstoffe. Staub, Schwermetalle, Allergene, radioaktive Gase aus Baustoffen, Mikroorganismen und Viren schweben in der Luft und werden von unseren Lungen aufgenommen.